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2. Juni 2008

@ Work

Als wir neulich wiedermal unser Blog aufriefen, wurde uns mit Schrecken bewusst, dass wir dem Krankenhaus, in dem wir den Großteil unserer Zeit verbringen, noch keinen einzigen Eintrag gewidment haben... Nun aber schnell!
Um 8.00 a.m. starten wir mit der Morgenandacht in den Tag. Es werden Lieder in Rukiga gesungen (natürlich mehrstimmig mit Trommel und viel Klatschen) und ein Mitglied aus dem Team hält eine kurze Andacht. Obwohl innerhalb des Teams die Meinungen über diesen gemeinsamen Beginn stark auseinandergehen, tanken wir dort immer viel Kraft und Freude für den neuen Tag.
Ich (Christian) muss mich nach Ende der Andacht dann schon beeilen, da im Anschluss sofort die Übergabe der Nachtschwestern stattfindet.
Danach beginnt die Visite. Die Ärzte wechseln von Tag zu Tag meist zwischen Kinder- und Erwachsenenstation - so bekomme ich überall ein bißchen Erfahrung. Eine Krankenschwester zum Übersetzen ist für mich unbedingt nötig und zur Zeit werde ich auch noch von einem Schwarm ugandischer Medizinstudenten begleitet, die gerade ihr Praktikum im Krankenhaus absolvieren.
Nach einer ganzen Reihe von "Wie geht´s denn heute?", Untersuchungen und Diskussionen bekommt man langsam einen Knoten ins Hirn, die Schwestern an der Seite sehen immer gelangweilter aus und auf einmal ist die Visite geschafft. Nun gilt es noch die Rechnungen für die heute entlassenen Patienten zu schreiben und eventuell ein paar schwierige Fälle durchzudenken bis letztendlich eine Tasse guter ugandischer Schwarztee mit Milch eine willkommene Pause bietet.
Im Rest des Tages empfange ich Outpatients ([autpäschents] = ambulante Patienten), was meist sehr spannend ist. Viele Patienten kommen mit Syptomen von Malaria, Typhus oder vielleicht doch Brucellose (?!), andere überraschen einen mit Zeichen von Mumps, schwerer Pneumonie oder sogar Bellsches Phänomen. Am härtesten erwischt es hier meist die unterernährten Kinder, was mir oft sehr ans Herz geht. Um so schöner ist es dann, wenn sie nach einigen Wochen Behandlung wieder richtig spielen und lachen können!

Für mich (Isa) laufen die Tage sehr unterschiedlich ab. Die letzten Monate war ich auf vielen Outreaches unterwegs, habe die verschiedenen Health Units kennengelernt, die das Krankenhaus betreut und mich in einige medizinische Problemlagen in den Dörfern eingearbeitet. Ca. 2-3mal die Woche finden solche Fahrten ins Umland statt, hinzu kommen noch 2-4 Outreaches der Zahnklinik. In Dörfern, die in der Regel 1-3 Stunden Fahrt (im unbequemsten, holperigsten und staubigsten Sinne des Wortes) entfernt sind, werden Schwangerenvorsorge, Impfungen, Gesundheitsberatung, medizinische Behandlung, AIDS-Tests und Zahn- bzw. Augenuntersuchung angeboten.
In meiner Zeit hier werde ich versuchen, die Qualität der Outreach-Einsätze ein wenig zu verbessern bzw. zumindest das Ganze etwas besser zu organisieren. Dazu gehört es engere Kontakte zu den Dörfern zu knüpfen um die konkreten Notlagen vor Ort zu erfragen, das Krankenhauspersonal immer wieder zu ermutigen (bzw. durch geforderte Reports auch zu zwingen), sich besser auf ihre Arbeit in den Dörfern vorzubereiten und auch all die Outreach-Aktivitäten in einer regelmäßigen Planung zu koordinieren. Da diese Aufgaben mit wechselndem Arbeitsaufwand verbunden sind, habe ich noch die Organisation der Gesundheitsvorträge für Patienten im Krankenhaus übernommen und bastele zur Zeit an einem Newsletter des Krankenhauses (den ihr dann hoffentlich bald über die Webside beziehen könnt!).