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1. September 2008

Ode an 3 besondere Örtlichkeiten

Heute sollen an dieser Stelle einmal 3 spezielle Orte erwähnt werden, die uns das (Über-)Leben in Kabale deutlich erleichtert bzw. versüßt haben:

1. Hot Loaf BakeryKabales einzige und somit unsere Lieblingsbäckerei. Jede Woche sind wir hier 1-3mal anzutreffen und verlangen "1 Ordinary und 1 Salted, please" (= ein süßes und ein salziges Toastbrot). Kaum zu glauben, aber wahr: zu den Köstlichkeiten der Bäckerei gehören neben Chapati und Samosas sogar Donuts oder Pizza. So kommen wir ca. einmal die Woche in den Genuss dieser Luxusartikel.
Im Vergleich zu allen Einheimischen ist unser Bedarf an Backwaren auf jeden Fall enorm, denn meist wird Brot hier nur zum Nachmittagstee gegessen (sonst gibt es immer warmes Essen). Schon manch ein Kollege im Krankenhaus hat uns verzweifelt gefragt, was wir denn mit dem ganzen Brot anstellen, das wir immer nach Hause schleppen... Durch unseren großen Brotkonsum kam es auch, dass wir schon gute Freundschaft mit einer Angestellten geschlossen haben, die sehr genau auf unser regelmäßiges Kommen achtet und uns nach ein paar Tagen Abwesenheit sofort "You were lost." (Ihr ward verschwunden.") entgegenschmettert...

2. Post Office
Dank der tollen Pakete, die wir immer wieder aus Deutschland gesendet bekommen, ist auch das Post Office zu einem unserer Lieblingsplätze geworden. Mit immer wieder neuer riesengroßer Erwartung legen wir den Weg dorthin zurück. Die Spannung steigt, wenn der Schlüssel im Schloss unserer Post Box umgedreht wird und entweder gähnende Leere oder ein Brief bzw. ein kleines Paket-Abholzettelchen darin warten. Auch hier kennt man uns schon und hat sicher schon oftmals den Kopf über uns geschüttelt (z.B. wenn wir an unseren Geburtstagen mehr Päckchen abholen konnten, als eine Person in der Lage ist zu tragen...).

3. Royal Supermarket
Der Aldi von Kabale. Klein, aber oho. Hier findet man so manches, ohne das das Leben eines Europäers in Afrika kaum vorstellbar wäre (Cornflakes, Kaffee, Erdnussbutter, Käse,...). Auch einige andere Luxusgüter wie Nutella, Thunfisch in Dosen oder Schlagsahne wären hier erhältlich, aber die Preise dafür sind so hoch, dass man das Produkt selbst im deutschen Supermarkt lieber wieder ins Regal stellen würde.
Preise sind sowieso ein sonderbare Sache in unserem Royal... Die eine Woche kauft man den Kaffee für 8.000 Uganda-Shilling und die nächste Woche fragt man sich, ob er denn wirklich schon immer 11.000 Shilling gekostet hat. Man bleibt also immer wachsam, denn plötzlich könnte ein bekanntes Produkt bis zu 25% des Preises mehr kosten - man weiß nie...
Diese kleine preisliche Unzuverlässigkeit wird allerdings durch die große Freundlichkeit der indischen Betreiber wieder wett gemacht.